Auf dem „Burer Bierg“ werden 4 Windmühlen ans Netz gehen

Projekt wird mit 12,4 Millionen Euro beziffert

 

Auf dem „Burer Bierg“ herrscht emsiger Betrieb. Lastwagen mit schweren Gegenständen fahren an und ab, ein riesiger Kran steht zwischen vier Türmen mit einer kompletten Höhe von jeweils 135 Metern.

Der Grund: Zwischen Born und Givenich werden vier Windkraftanlagen in Betrieb genommen und ans Netz gehen.

 

Achtung Lebensgefahr! Betreten der Baustelle von Unbefugten verboten“. Ein Schild mit diesen Worten weist Arbeiter, Mitglieder der Gesellschaft „Burer Bierg“ sowie Spaziergänger auf die Gefahren unmittelbar an den Windmühlen hin.

Die letzten zwei der insgesamt vier neuen Windkraftanlagen werden in diesen Tagen zwischen Born und Givenich fertig gestellt.

Im vergangenen Frühling wurde für jede Windkraftanlage ein Fundament gelegt, das im Anschluss rund vier Wochen trocknen musste.

Danach baute man die Türme, die alle eine Höhe von 98 Metern erreichen. 23 Betonelemente sind dafür notwendig. Dazu kommen die Gondel, unter anderem mit dem Generator, Getriebe, Bremse, Rotornabe, Blattverstellung und drei Rotorblättern. Im Turm selbst befinden sich ein Aufstieg und ein Fahrstuhl.


Verschiedene Auflagen müssen berücksichtigt werden

Für die Montage auf dem Turm muss ein riesiger Kran seine Dienste verrichten. Der gelbe Riese wurde auf dem „Burer Bierg“ zusammengebaut. Insgesamt 14 Lkw-Ladungen waren dafür notwendig.

Im Anschluss an diese Arbeiten erfolgt die Verkabelung. Erste Tests sollen in der nächsten Woche durchgeführt werden.

Der produzierte Strom wird zur nächsten Station von Cegedel auf den Bocksberg zwischen Wasserbillig und Mompach geleitet und von dort aus zu den Haushalten.

Die Windkraftanlage hat eine Leistung von 2 000 Kilowatt. „Das sind 0,3 Prozent vom Landesverbrauch“.

Die Gesellschaft „Wandpark Burer Bierg“ wurde vor fünf Jahren mit in den Hauptrollen Cegedel, „Société électrique de l'Our S.A.“ (SEO) und der Firma Wickler Frères s.àr.l. gegründet.

Diese Organisation regelt Planung, Bau und das Betreiben des Windparks.

Bevor die Anlage Strom produziert, mussten allerdings einige Auflagen berücksichtigt werden.

Insgesamt darf der Lärmpegel bis zum ersten Haus im Bauperimeter die Marke von 35 Dezibel nicht überschreiten – dies bei Tag und Nacht. Der Schattenwurf muss beachtet werden. Eine Windmühle wird – inklusive Rotorblatt – eine maximale Länge von 135 Metern haben.

Die Häuser dürfen sich nicht mehr als eine halbe Stunde im Schatten befinden. Außerdem sollen die Häuser minimal 500 Meter von den Windmühlen entfernt sein.

Im Vorfeld wurden Messungen durchgeführt, um in Erfahrung zu bringen, ob der angestrebte Standort geeignet ist. Dabei fand man heraus, dass man auf dem „Burer Bierg“ mit einem guten Windertrag rechnen kann: Bis 14,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Daraufhin wurden alle Genehmigungen angefragt und Vorstudien durchgeführt. Die Firma Enercon aus Aurich (Niedersachsen) erhielt den Zuschlag für den Auftrag. Das ganze Projekt wird mit 12,4 Millionen Euro beziffert.


Logistische Herausforderung: von Aurich nach Givenich

Mit dem Hersteller wurden bereits vor sechs Monaten Pläne geschmiedet, damit die großen schweren Gegenstände auf den„Burer Bierg“ gefahren werden konnten. Die Teile werden in Aurich und Magdeburg produziert. Per Schiff erreichten sie den Hafen von Trier. Per Sondertransport über Echternach gelangten die Teile ins Großherzogtum.

Aufgrund einer Studie habe sich herausgestellt, dass es in diesem Bereich Fledermäuse gibt.

Nun soll in den kommenden drei Jahren geprüft werden, ob die Windkraftanlagen einen Einfluss auf das Verhalten der Fledermäuse haben. Es könne durchaus möglich sein, dass bei zwei von vier Windmühlen der Betrieb für zwei Monate eingestellt wird.

(VON JEROEN VAN DER HOEF)

Quelle Auszug: Luxemburger Wort vom 17.07.2008

       

 

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