Im Oktober 1990 habe ich meine Tätigkeit als Wegewärter bei der Straßenbauverwaltung in Echternach begonnen, wo ich meine ersten Jahre und Erfahrungen in der Brigade1 Altrier gesammelt habe.

Unsere Aufgaben sind:

Es ist auf den ersten Blick einfach, aber bergen diese Aufgaben doch viel Sorgfalt und Bedacht.

Der Winterdienst ist das Aufbringen von Auftaumittel zum Befreien der Fahrbahnen von Reifglätte, sowie das Abräumen vom Schnee mittels Schneepflug. Unsere Gegend hat Täler (135 ü.M.) sowie Anhöhen (420 ü.M.), wo auf den Höhen sich der Regen auch in Schnee verwandeln kann.

Der Straßen ärgster Feind ist das Wasser!

Der Unterhalt der Straßen beinhaltet den Wasserablauf entlang der Fahrbahnen zu gewährleisten.

 

Aus den Straßengräben wird im Sommer das herangewachsene Gras abgemäht und abgefahren um zu verhindern, daß die Wasserdurchläße bei einem Platzregen verstopfen. Diese werden ebenfalls regelmäßig in ihrem Zustand geprüft.

Die Blätter die im Herbstwind von den Bäumen geweht werden zusammengehäuft und abgefahren oder Talabwärts gelagert (wenn die geograpfischen Gegebenheiten es zulassen) auch hier um eine Verstopfung der Wasserdurchläße zu verhindern.

Gras und Blätter werden abgefahren da sich beide Arten während Ihrer Zersetzung in Humus verwandeln und der Grünstreifen somit jährlich wächst (± 2cm).

In regelmäßigen Abständen wird der Grünstreifen abgetragen, um den anfallenden Regen (der durch die Profilierung der Fahrbahn abläuft) abzuleiten. Würde diese Maßnahme nicht angewendet, so liefe das Wasser über längere Strecken entlang oder auf der Fahrbahn ehe es in den Wassergraben gelangt.

Hier besteht die Gefahr im Sommer von Aquaplaning und im Winter von Reifglätte (heimtückische Stellen).

Das Entfernen von Sträucher und Gestrüpp um im Winter zu vermeiden, da diese durch das Gewicht des feuchten Schnees auf Ihnen in oder über die Fahrbahn hängen oder fallen.

Die angrenzenden Grünflächen mähen um eine Sicherheitszone zu erschaffen, Sichtbarkeit in Kurven und Kreuzungsbereichen, Zonen in denen sich Personen aus dem Fahrbahnbereich zurückziehen können bei Unfällen oder Fahrzeugpannen, um Wild vorzeitig zu sehen das in den natürlichen Grünflächen seinen Hunger stillt.

Die Aufgaben sind vielfältig, kehren im jährlichen Rhythmus wieder.

1993 wurde mein Interesse in einer neuen Tätigkeit in selbiger Dienststelle geweckt.

   

Die Beaufsichtigung von Baustellen.

 

Die Arbeit unterscheidet sich im wesentlichen derer von unseren Brigaden.

Hier arbeitet man direkt mit dem Bauunternehmer und dessen Arbeiter zusammen.

Also « arbeitet » heißt hier nicht Ihnen in der Ausübung ihrer Tätigkeiten im Straßenbau zur Hand zu gehen, sondern die Arbeiten die der Unternehmer für den Staat ausübt zu überwachen und zu kontrollieren, ob diese laut dem ausgeschriebenen Lastenheft ausgeführt werden und wurden.

Diese Arbeiten werden über « Ausschreibungen » vergeben, wo jeder Unternehmer (der im Handelsregister eingetragen ist) daran teilnehmen kann. Er erhält dann ein Leistungsverzeichniss (in französischer Sprache) und ein Lastenheft. Das Leistungsverzeichniss wird vom Unternehmer ausgefüllt (Preise für die Arbeiten), wobei im Lastenheft beschrieben steht, wie verschiedene Arbeitsgänge ausgeführt werden müssen (was in den Preisen im LV zu berücksichtigen ist).

Am Tag, dessen Datum in der Publikation über die Arbeiten in der Tageszeitung stand werden die « Ausschreibungen » zu einer festgelegten Zeit geöffnet, wo das billigste und ökonomischste Angebot zurückbehalten wird. Nach Überprüfung des Angebots bekommt der Unternehmer dann die Arbeit zugeteilt.

Zunächst wird die Baustelle eingerichtet und einmal wöchentlich wird eine Baustellenbesprechung einberufen, wo über den Fortgang der Arbeiten berichtet wird, sowie Probleme aufgelistet und gelöst die vielleicht während des Fortgangs aufgetreten sind. Die Arbeiten werden im Laufe ihrer Ausführung überwacht und periodisch wird ein Aufmaß erstellt, welcher der Unternehmer und der Wegewärter gemeinsam vornehmen. Diese Daten werden im PC verbucht und anhand dieser wird eine Auszahlung der geleisteten Arbeiten vorgenommen.

Diese Arbeiten können Inner- sowie Ausserorts sein.

In Ortslagen sind an unseren Arbeiten fast immer die Gemeinden beteiligt, da es sich nicht lohnt den Belag oder den Straßenaufbau zu erneuern, wenn unter diesem sich die Wasserleitungen sowie die Kanalisationen in einem schlechten Zustand befinden und in absehbarer Zeit erneuert werden müssen. In den Ortslagen wird außerdem wenn nötig die Infrastruktur der Kabelleitungen ( Strom, Post, Fernsehanlagen) mit einbezogen. So dass man sich Vorstellen kann dass das Ausmaß der Arbeiten doch von größerem Umfang sind, diese nennt man Erneuerung.

Ausserorts gehen die Arbeiten meist schneller da sich dort keine Kanalisation oder Wasserleitung befindet. Bei den Kabelleitungen findet man nur die Post mit Verbindungsleitungen von Relais- zu Relaisstation. Außerdem werden hier die Arbeiten mit anderem Aufwand betrieben wie Innerorts, da sich hier keine Bordsteine befinden kann man den bestehenden Belag mit einem Neuen überfahren (in der Regel ± 9 cm), wobei dann die Fahrbahnseiten erneuert werden in üblicher Bauweise, dass nennt man dann Reprofilierung.

Die Arbeiten die bei uns entworfen werden, sind Arbeiten für den Staat aber auch für die Gemeinden, wenn diese nicht genügend Personal zur Verfügung haben, die Ausarbeitung und Planung der Projekte zu realisieren. Hier übernehmen unsere Techniker diese Aufgaben laut Beschluss einer Reglementierung des Staates. Der finanzielle Teil der Gemeinde beläuft sich auf die ausgeführten Arbeiten auf der Baustelle welcher Ihrer Zuständigkeit unterfallen.

Bei gemeinsamen Projekten sorgt der Staat für den Straßen aufbau, sowie die Bordsteine entlang der Gehwege oder die Rinnen sowie die Straßenwasserabläufe. Die Gehwege, sowie die Wasserleitung, die Kanalisationen und die Verkabelung entfallen auf die Gemeinden.

 

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